Deep work – wie du konzentriert arbeitest und mehr Werte schaffst [Buchtipp]

Wenn du stets deine Aufgaben im Griff hast und dabei wirklich produktiv bist, dann brauchst du diesen Blogbeitrag nicht lesen. Falls du jedoch das Gefühl hast, zwar ständig irgendetwas zu tun, aber nirgends so richtig voranzukommen, dann bleib dran. Vor allem dann, wenn deine Arbeit zwar Ergebnisse produziert, aber nicht so richtig wertvoll ist. Wenn du das Gefühl hast, die wirklich relevanten Dinge bleiben liegen. Du weißt schon, was das ist.. das Event-Konzept, die neue Marketing-Strategie, das  seit Ewigkeiten auf der TO-DO-Liste stehende Whitepaper, die zu akquirierenden Aussteller… – you name it. Kurzum: Wenn du bei dem, wofür du bezahlt wirst, nicht so recht vorankommst, dann ist’s Zeit für Deep Work.

Deep Work - Konzentriert Arbeiten in einer Welt voller Ablenkungen | Cal Newport
Deep Work – Konzentriert Arbeiten in einer Welt voller Ablenkungen | Cal Newport

Das ist „Deep Work“ – konzentriertes Arbeiten

„Deep Work“ ist ein Konzept des gleichnamigen Buches von Cal Newport. Er versteht in diesem darunter folgendes:

Deep Work ist eine Aktivität. Und zwar „wenn du dich auf eine kognitiv anspruchsvolle Aufgabe konzentrierst – ganz ohne Ablenkung“. Tust du genau das, dann spricht er von „Deep Work“. Oder wie man im Deutschen wohl einigermaßen treffend sagen würde: Konzentriert Arbeiten.

Allerdings trifft es die Übersetzung eben nicht so ganz. Denn du könntest auch konzentriert E-Mails schreiben oder stumpf Exceltabellen befüllen. Doch das wäre nicht in seinem Sinne. Denn diese Aktivität wäre nicht so kognitiv anspruchsvoll, wie er es in seinem Buch beschreibt.

Die zwei Aspekte von Deep Work:

  • die kognitiv anspruchsvolle Arbeit, z.B. erarbeitest du eine neue Business-Strategie – der Teil ist einfach; du arbeitest intensiv an etwas und denkst intensiv darüber nach
  • du gehst dieser Arbeit ohne Ablenkung nach. D.h. ohne, dass du Kontextwechsel vornimmst. Das ist die wirkliche Herausforderung; gerade in der heutigen Welt voller Ablenkungen.

Das Gegenteil von „Deep Work“

… ist übrigens „Shallow Work“ (seichtes Arbeiten). Diese Arbeit ist nicht kognitiv herausfordernd. Zugleich kann sie trotzdem wichtig sein. Zu „Shallow Work“ zählt zum Beispiel das Abarbeiten von E-Mails oder das Schreiben von Rechnungen. Ohne die eingehenden E-Mails deiner Kund·innen und ohne die geschriebenen Rechnungen wirst du keine Umsätze generieren. Deshalb brauchst du auch „Shallow Work“. Doch mit „Deep Work“ generierst du Mehrwert für deine Kund·innen, Teilnehmer·innen, Aussteller·innen, Chef·innen etc. – und das ist die Voraussetzung dafür, dass du die Rechnungen überhaupt schreiben kannst.

Heißt also: Du brauchst sowohl Zeiten für „Deep Work“ als auch für „Shallow Work“.

Deshalb ist „Deep Work“ so wichtig

Es klang eben schon an, oder? „Deep Work“ schafft die Voraussetzung für das, wofür du bezahlt wirst – als Angestellte·r, Freelancer oder als Unternehmer·in.

Oder wie Cal Newport auf Englisch noch besser formuliert „It is the deep efforts, that move the needle“. Das ist die Arbeit, die den Mehrwert produziert, um den es in deinem Business oder deinem Job geht. Also die Aktivität für die du bezahlt oder auch befördert wirst. Fürs Verkaufen von Event-Tickets, von Standflächen auf einer Messe, fürs generieren von Leads, fürs Schreiben von Artikeln, fürs entwickeln neuer Messekonzepte, für eine passende Event-Dramaturgie. Du weißt schon: Das, was den Kern deines Jobs beschreibt.

Lass es mich bzw. ihn nochmal anders ausdrücken. Niemand bezahlt dich dafür, dass du

  • besonders viele und schnell E-Mails beantwortest,
  • von einem Zoom-Call in den nächsten springst,
  • Powerpoint-Präsentationen durch die Gegend schickst (es sei denn, genau das ist dein Businessmodell).

Wofür du gerade im Kontext von Wissensarbeit bezahlt wirst, ist häufig die Generierung von Mehrwert. Wer Events auf die Beine stellt, muss viele Aktivitäten handeln, aber wofür du bezahlt wirst, ist das gelungene Event am Tag X und ob deine Zielgruppen ihre Ziele erreicht haben. Haben sie neues Wissen erworben? Konnten sie sich vernetzen? Haben Aussteller und Sponsoren Leads generiert? Das muss dein Event leisten – egal wie viele E-Mails du auf dem Wege dahin beantwortest. Und nur durch „Deep Work“ wirst du genau das Event kreieren, dass all diesen Ansprüchen gerecht wird.

Shallow Work vs. Deep Work | Cal Newport
Shallow Work vs. Deep Work | Cal Newport

 

Das Problem und die Chance von „Deep Work“

So weit so klar, oder? Wo ist das Problem? Das Problem ist, dass viele von uns diese beiden sehr unterschiedlichen Konzepte von Arbeit vergessen haben. Hauptsache wir sind beschäftigt. Und wer viel arbeitet, sollte gut dafür entlohnt werden. Leider ein Missverständis. Dazu kommt, dass unsere Welt heute so viel Ablenkung bietet wie nie zuvor. Slack, der Teams-Kanal, E-Mails, Anrufe, Social Media, Ablenkung im Home-Office oder im Großraumbüro… – du kennst das sicher. Außerdem wird es in unserer Arbeitswelt immer unklarer, womit genau wir denn den Mehrwert kreieren. So können wir uns durch den Tag schlagen, ohne ein einziges Mal wirklich konzentriert gearbeitet zu haben.

Das ist natürlich ein Problem. Nein, keine Herausforderung. Ein echtes Problem. Wenn du nicht tust, wofür du im Kern bezahlt wirst, ist es ein Problem. Aber gleichzeitig ist es auch eine echte Chance. Die Chance, dass du es besser machst als die meisten um dich herum. Und dann wirst du auch die Lorbeeren dafür ernten, denn dein Wettbewerbsvorteil wird riesig sein. Egal ob intern oder extern.

the winner takes it all | Cal Newport
the winner takes it all | Cal Newport

 

So arbeitest auch du konzentriert an den Kernaufgaben

Der erste Schritt lautet: Sei dir bewusst, dass es einen Unterschied in der Qualität deiner Arbeit gibt. Und finde für heraus, was die ideale Aufteilung zwischen „Deep Work“ und „Shallow Work“ in einer typischen Arbeitswoche für dich ist.

Schritt zwei: Du brauchst Ziele. Ziele für dich und deine Tätigkeit und unbedingt auch Ziele für dein Event.

Schritt drei: Miss die Zeiten, in denen du tatsächlich konzentriert eine kognitiv anspruchsvollen Arbeit verfolgst. Stimmen die IST-Zeiten nicht mit den PLAN-Zeiten überein, musst du in deinem Job bzw. in deiner unternehmerischen Tätigkeit etwas ändern. Allein oder in Abstimmung mit Vorgesetzten.

Plane die Zeiten fest ein 

Plane die „Deep Work“-Zeiten fest in deinen Kalender ein. „Time Blocking“ ist hier das Stichwort. Und halte dich auch an die eingetragenen Zeiten. Verbinde es am besten mit einem Ritual. Z.B. alle E-Mails aus, alle Kommunikationskanäle aus, Kaffee holen, ran an den Schreibtisch und los geht’s. Dabei hilft übrigens auch ein gutes digitales Projektmanagment-Tool. Denn dort hast du all deine Aufgaben eingetragen und musst nicht mehr überlegen, was wann ansteht.

Behandle diese „Deep Work“-Zeiten so wie externe Termine. Leg nichts anderes hin, verschieb sie nicht, sei pünktlich. Denk dir am besten ein festes Muster aus. Z.B. jeden Montag von 13 bis 17 Uhr. Oder jeden zweiten Tag von 8 bis 10 Uhr. Vielleicht auch jede zweite Woche Montags, Mittwochs und Freitags jeweils von 10 bis 12 Uhr. Was auch immer am besten zu deinem Terminkalender passt.

Trainiere dein Gehirn, konzentriert zu arbeiten

Gib dir Zeit. Am Anfang wird’s sich komisch anfühlen, wirklich hart und konzentriert an genau einer Sache zu arbeiten. Ohne einen einzigen Blick aufs Smartphone oder so. Und dann übe anspruchsvolle Tätigkeiten Strategie-Spiele, lies dich in komplexe Sachverhalte ein oder schreibe konzentriert an einem Business-Paper.

Übrigens: Damit dein Gehirn auch einmal zur Ruhe kommen kann und nicht ständig zwischen zahlreichen Ablenkungen und Reizen hin und herspringt, lass auch mal Langeweile zu. Langweile dich, wenn du gerade allein beim Essen sitzt. Oder wenn du auf die Bahn wartest. Zücke nicht sofort das Smartphone und scrolle durch die Newsfeeds, sondern ertrage es mal, einfach nur da zu sein. Auch das hilft dir, konzentrierter zu arbeiten.

halte Langeweile aus – das beruhigt deinen Geist und trainiert deine Konzentrationsfähigkeit
halte Langeweile aus – das beruhigt deinen Geist und trainiert deine Konzentrationsfähigkeit

Fazit

„Deep Work“ ist der Teil deiner Arbeit, der wirklich Mehrwert generiert und für den du bezahlt wirst. Doch oftmals nimmt „Shallow Work“ (seichtes Arbeiten) überhand und wir lassen uns heutzutage viel zu schnell ablenken. Plane daher in deinen Kalender feste Zeiten für diese wertvolle konzentrierte Arbeit ein. Genau das bringt dein Business oder deinen Job voran.

Zum Buch von Cal Newport: Deep Work: Rules for Focused Success in a Distracted World.

 

PS: Diesen Blogbeitrag habe ich erstellt, ohne ein einziges Mal in meine E-Mails, mein Smartphone, auf Social Media o.ä. zu schauen. Und es fühlt sich gut an. 😉 

 

Das könnte dich auch interessieren:

Deep work – wie du konzentriert arbeitest und mehr Werte schaffst [Buchtipp]