So gelingt dir ein interaktiver Workshop – Schritt für Schritt

Interaktion und Networking sind die beiden Aspekte, die auf Präsenz-Events hervorragend funktionieren. Das zumindest behaupten viele Veranstalter·innen und viele Teilnehmer·innen sehnen sich danach. Doch warum gibt es dann immer noch so viele Workshops, die in Wahrheit Frontalbeschallung in kleineren Gruppen sind? Vielleicht, weil wir glauben, ein interaktiver Workshop wäre kompliziert oder teuer. Beides ein Mythos. Wie es richtig gut funktioniert, habe ich selbst erst kürzlich erleben dürfen. Das Konzept und die Ideengeber dahinter stell‘ ich dir in diesem Beitrag vor – Schritt für Schritt.

interaktiver Workshop mit Kai Janssen und Jörg Sellerbeck
interaktiver Workshop mit Kai Janssen und Jörg Sellerbeck

 

So kann ein interaktiver Workshop aussehen

Du kannst viele Konzepte umsetzen. Eines davon: Workshops mit kulinarischem Genuss verbinden und dabei deine Teilnehmer·innen in den Workshop einbinden – vor, während und nach dem Event.

Damit das Ganze etwas peppiger klingt, erhielt der Workshop einen Interesse weckenden Namen: „Schnapsideen und Brototyping“.

 

Die Kommunikation im Vorfeld

Unter dem Motto „Wie begeistern Events 2023?“ luden Kai Janssen und Jörg Sellerbeck die Teilnehmer·innen zu einem kulinarischen Workshop ein. Dafür gab es eine kleine Aufgabe im Vorfeld: „Bitte bring eine Zutat für ein Brot und ein alkoholisches Getränk deiner Wahl mit, die für dich im übertragenen Sinne Events 2023 zu einem begeisternden Erlebnis machen.“

Klingt abstrakt? Dachte ich zunächst auch und war etwas überfordert. Damit es für dich greifbarer wird, hier mein Input:

Meine Brot-Zutat: Walnüsse.
Die Erklärung: Walnüsse sind mir pur zu bitter, aber als Zutat in einem Brot die perfekte Ergänzung. So müssen auch Events gestaltet sein: mit dem gewissen Etwas, mit Überraschung, mit einem Gegenpol oder eben ein Stückchen außerhalb der Komfortzone.

Mein alkoholisches Getränk: Schilcher-Schnaps aus Österreich, den mir mein dort lebender Bruder geschenkt hatte.
Die Erklärung: Events brauchen etwas Persönliches, etwas, das mich bzw. uns wirklich berührt. Das Geschenk von meinem Bruder ist etwas für mich Persönliches, also entschied ich mich dafür. Außerdem ist Schilcher ein echtes „Mädchen-Getränk“ – sehr süß. Für mich das perfekte Getränk. Und so müssen eben auch Events sein: Individualisiert und persönlich berührend. Schließlich erinnern wir uns oft noch an das Gefühl, das wir mit einem Event verbinden. Meist jedoch nicht mit dem, was dort gesagt wurde.

 

Der Workshop vor Ort – so läuft’s ab

In fünf Schritten – oder auch Gängen – geht’s dann vor Ort weiter.

 

1. Gang – Vorspeise bzw. Einführung

Die Gastgeber stell(t)en die Idee und das Konzept „Brototyping und Schnapsideen“ kurz vor.

Dazu liegen die Papier-Tischdecken schon vor den neugierigen Teilnehmer·innen:

die längste Papiertischdecke – interaktiver Workshop | Brototyping
Papiertischdecke | interaktiver Workshop | Brototyping

 

2. Gang – Brotoyping – gemeinsam kriegen wir das gebacken

Jetzt sind die Teilnehmer·innen dran. Jede·r stellte die mitgebrachte Zutat vor und warum diese Events 2023 bereichert. Ideen, die du auf deine Events übertragen kannst, findest du weiter unten im Beitrag.

Im zweiten Gang geht es um den Austausch und um Kommunikation. Ganz authenTisch liegen nun die Zutaten vor jede·r Teilnehmer·in und diese können sie wortwörtlich in ihrem Teig verarbeiten. Alle Gedanken und Ideen halten sie auf der ausgelegten Papiertischdecke fest.

Brototyping und Schnapsideen – interaktiver Workshop
Brototyping und Schnapsideen – Tischdecke für den interaktiven Workshop

 

3. Gang – die Genussgetränke

Anschließend stellt jede·r sein bzw. ihr Genussgetränk vor und hält auch dies auf der Papiertischdecke fest. Austausch, Kommunikation und Spaß sind garantiert.

 

4. Gang – Butter, Brot und Bier

Gemeinsam probierten wir die Prototypen (Brototypen 😉 ) – zusammen mit den selbstgemachten Butter-Variationen von Jörg und dem Bier von Kai. Welches Rezept überzeugt? Probieren geht über Studieren.

Schnapsideen & Brototyping – interaktiver Workshop
Schnapsideen & Brototyping – Probieren geht über Studieren

 

5. Gang – was kann unter den Tisch fallen?

Was können wir weglassen? Bei Events oder eben auch bei dem Thema deiner Wahl? Wir tauschten uns dazu aus und hielten die Ideen fest.

Wie du hier siehst: Auf 0815-Zutaten können wir meiner Meinung verzichten.

 

interaktiver Workshop: Brototyping - was kann unter den Tisch fallen?
interaktiver Workshop: Brototyping – was kann unter den Tisch fallen?

 

Die Kommunikation im Nachgang

Sende, so wie Jörg und Kai, die Fotodokumentation des Abends und aller Papiertischdecken an die Teilnehmer·innen. Starte damit die Kommunikation nach dem Workshop, z.B. via E-Mail oder auf LinkedIn. So erfahren auch andere von dem interaktiven Workshop und melden sich hoffentlich bei deinem nächsten Event dafür an – Stichwort: FOMO.

Nachkommunikation des Workshops von Kai und Jörg > die pdf zum Anschauen

Kommunikation nach dem Event – interaktiver Workshop
Kommunikation nach dem Workshop

 

Wie du das auf deine Events übertragen kannst

Das Prinzip dieses Workshops kannst du auf verschiedenste Art und Weise in dein Event einbauen und auf dieses anpassen.

Du könntest es zum Beispiel als Übergang vom inhaltlichen Programm deines Events hin zum Abendprogramm einbauen. Dabei behandelt ihr das Kernthema deiner Veranstaltung, z.B.

  • Wie müssen erfolgreiche Live-Events 2023 sein?
  • Was macht ein erfolgreiches Sales-Team aus?
  • Wie sehen unsere Services 2023 aus?
  • Was macht ein gutes Projektmanagement-Tool aus?
  • Wie sieht unser erfolgreiches Geschäftsmodell künftig aus?

und verbindet es dann mit einer gemeinsamen Aktion wie Brotteig kneten, eigene Zutaten mitbringen und erläutern sowie die Ergebnisse gemeinsam auf den Papier-Tischdecken festhalten. Anschließend leitest du über in den offiziellen Abend-Part des Events mit einem dazu passenden Catering.

Wetten, dass sich deine Teilnehmer·innen viele spannende Dinge zu erzählen haben und sich über deinen kreativen Workshop austauschen wollen? Und genau das ist ja das Ziel der meisten Präsenz-Events: Networking und Interaktion.

Du brauchst Unterstützung dabei? Dann wende dich doch gern an die beiden Experten Kai und/oder Jörg.

 

Warum so ein interaktiver Workshop besser funktioniert als Frontalvorträge

Vielleicht bist du schon überzeugt, aber dein·e Vorgesetzte·r noch nicht? Hier sind ein paar Argumente:

  1. Lebendige, interaktive Workshops wecken Emotionen. Wie wir uns bei einem Event gefühlt haben, wissen wir noch lange. Was da gesagt wurde, verblasst schnell.
  2. Teilnehmer·innen erinnern sich viel besser, wenn sie Inhalte mit Objekten verknüpfen können.
  3. In klassischen Workshops wird häufig nur zugehört und geredet. Doch in kulinarischen Workshops sind alle Sinne dabei.
  4. Es macht einfach mehr Spaß – für alle.
  5. Deine Teilnehmer·innen sind von Anfang an dabei – schon durch die Vorab-Kommunikation.
  6. In solchen Workshops steckt Arbeit und Wertschätzung – das spüren auch deine Teilnehmer·innen und fühlen sich willkommen.
  7. Mit-Gestaltung – jede·r bringt etwas von sich ein.

Plus: Bei klassischen Workshops und Vorträgen sind es immer die gleichen Typen, die etwas sagen oder fragen. Die Extrovertierten. Und die Introvertierten kommen kaum zu Wort. Doch mit diesem Konzept bindest du alle ein – auf ganz natürliche Art und Weise.

 

Die Köpfe hinter dem interaktiven Workshop

Kai Janssen und Jörg Sellerbeck sind die kreativen Köpfe hinter diesem interaktiven Workshop. Und natürlich können sie auch dein Event lebendiger gestalten, wenn du daran Interesse hast.

Kai Janssen

Kai ist freier Creative Director, Autor und Konzeptioner für Markenerlebnisse und seit 20 Jahren in der Live-Kommunikation unterwegs. In der Corona-Zeit hat er mit zwei jungen Konzeptionern das Institut für angewandte Konzeption gegründet, sowie eine regionale Bio-Biermarke. Nebenbei engagiert er sich als Dozent für den Event-Nachwuchs beim BrandEx Fresh, Treibhaus, Studieninstitut für Kommunikation und an der Rheinischen Fachhochschule Köln.

Kai Janssen | interaktiver Workshop
Kai Janssen

> Triff Kai live auf der BOE 2023 am 11. Januar beim BrandEx Fresh.

Kontakt:
Kai Janssen
T: +49 (0)176 24 66 88 38
kai@ifak.live

Mehr Links zu Kai: herrjanssen.de

Kai zu Gast bei Chris Cuhls im Podcast
— Institut für angewandte Konzeption: ifak.live
— Treibhaus: treibhaus-kreativkonzeption.de
— Kais Bier: blanqbier.de
— BrandEx FreshX Award brand-ex.org/award/fresh/

 

 

Jörg Sellerbeck

Jörg arbeitet als freier Konzeptioner für Live-Kommunikation und als gustatorischer Szenograf. Er ist ausgebildeter Koch und Architekt sowie Gründer des Labor für angewandte Alltagsliebe. Als Spezialität etablierte er an der Schnittstelle zwischen Kulinarik und Szenografie die Methode der »Kulinarik als Kommunikationsmedium«. Sein besonderes Anliegen ist, die Trennung von Catering, Informationsvermittlung und Unterhaltung aufzuheben. Jörg ist Partner im „Internationales Forum Gastrosophie“ und Mitglied im Münchner Ernährungsrat. Neben mehreren Lehraufträgen im Fachbereich Szenografie an der HfG Karlsruhe und der HGK Basel lehrt er aktuell im Lehrgang „Gastrosophische Wissenschaften“ an der Paris Lodron-Universität Salzburg und dem Studienzentrums Saalfelden.

Jörg Sellerbeck | interaktiver Workshop
Jörg Sellerbeck

> Erlebe Jörg live auf der BOE 2023 am 11. Januar um 12.30 Uhr auf der MICE-Stage mit dem Vortrag Geschmackssache. Gustatorische Szenografie und die Einverleibung

Kontakt:
Jörg Sellerbeck
T: 0176/64107397
sellerbeck@raumkulinarik.de

Mehr Links zu Jörg:
Jörg zu Gast bei Chris Cuhls im Podcast
— Raumkulinarik: raumkulinarik.de
— Gastrosophie: gastrosophie.net

 

Außerdem gibt es einen super spannenden Beitrag von Jörg im „Handbuch Erlebnis Kommunikation“ – Kulinarik als Kommunikationsmedium sowie bei Event Partner mit dem Titel „Raumkulinarik als Kommunikationsmedium“. Da findest du noch mehr Idee, wie du deine Events mit kreativen Konzepten lebendiger gestaltest.

Das kreative Gespann Kai und Jörg

Die beiden Konzeptioner kennen sich seit vielen Jahren und schätzen den gegenseitigen Austausch sehr. So haben sie zu Beginn der Pandemie im Sommer 2020 das “Gurkeln” erfunden. Es war ihnen ohne direkten Körperkontakt möglich, sich traditionell über den Tisch zu ziehen. Künftig wird sich nicht mehr durchgewurschtelt – ab jetzt zählt das Durchgurkeln.

So sieht Gurkeln aus.
So sieht Gurkeln aus.

 

Fazit

Workshops müssen weder langweilig noch frontal, teuer oder aufwendig sein. Mit der richtigen Idee und dem passenden Konzept gelingt dir ein interaktiver Workshop. So kannst auch du deine Teilnehmer·innen begeistern. Probier’s mal aus.

Das könnte dich auch interessieren:

So gelingt dir ein interaktiver Workshop – Schritt für Schritt