Beim KI-Einfluss auf Jobs im Eventmanagement und in anderen Branchen zeigt sich ein Muster, das oft untergeht. KI verdrängt nicht ganze Berufe gleichmäßig, sondern trifft vor allem Berufseinsteiger·innen. Bei Softwareentwickler·innen ist das bereits gemessen: Beschäftigung bei den 22- bis 25-Jährigen sank seit Ende 2022 um rund 20 Prozent, während die Beschäftigung bei erfahrenen Entwickler·innen im selben Zeitraum wuchs.

Zwei verschiedene Arten von Zahlen, ein Trend
Liest du dieser Tage Beiträge über KI-Einfluss auf Jobs im Eventmanagement und anderen Branchen, lohnt sich ein zweiter Blick auf die Quelle. Der World Economic Forum Future of Jobs Report 2025 listet Grafikdesign als elftschnellsten schrumpfenden Beruf. Das ist eine Prognose von über 1.000 befragten Arbeitgeber·innen für den Zeitraum bis 2030, kein bereits gemessener Rückgang. Ganz anders die Zahlen von Stanford zu Softwareentwickler·innen: Ein Forschungsteam um Erik Brynjolfsson wertete echte Gehaltsabrechnungsdaten von ADP aus, einem der größten Lohnabrechnungs-Dienstleister der USA mit Daten zu Millionen Beschäftigten. Es hat nicht befragt, sondern gemessen.
Was die Stanford-Studie zeigt
Die Studie "Canaries in the Coal Mine?" vergleicht die Beschäftigungsentwicklung nach Altersgruppe innerhalb derselben Berufe. Bei Softwareentwickler·innen zwischen 22 und 25 Jahren sank die Beschäftigung seit Ende 2022 um rund 20 Prozent, gemessen am eigenen Höchststand. Bei Entwickler·innen ab 30 Jahren wuchs die Beschäftigung im gleichen Zeitraum, im selben Unternehmen, in denselben Rollen. Die Autor·innen erklären das so: KI ersetzt vor allem kodifiziertes Lehrbuchwissen. Genau das bringen Berufseinsteiger·innen aus der Ausbildung mit. Erfahrungswissen, das nicht in Dokumentation oder Tutorials steht, bleibt schwerer ersetzbar.
Dasselbe Muster zeigt sich bei PwC. Laut einem Bericht zu PwCs Einstiegs-Hiring plant der Audit-Bereich bis 2028 rund 39 Prozent weniger Einstiegsstellen. PwC begründet das offiziell damit, dass KI Routineaufgaben übernimmt, während erfahrene Mitarbeiter·innen die KI-Ergebnisse prüfen und bewerten. Eine Einordnung der Branchenzahlen zu Recht, Beratung und Investment Banking zeigt dasselbe Bild über mehrere Sektoren hinweg.
| Bereich | Was gemessen wurde | Kernzahl |
|---|---|---|
| Softwareentwicklung | Beschäftigung 22 bis 25 Jahre vs. Senior | minus 20 Prozent bei Jungen, Wachstum bei Senior |
| Wirtschaftsprüfung (PwC) | Geplante Einstiegsstellen bis 2028 | minus 39 Prozent im Audit-Bereich |
| Grafikdesign | Arbeitgeber-Prognose bis 2030 | Platz 11 der am schnellsten schrumpfenden Berufe |
Was der KI-Vormarsch für Eventmanager·innen bedeutet
KI-Tools übernehmen im Eventmanagement zunehmend Aufgaben wie Angebotsvergleiche, Basis-Kommunikation mit Teilnehmenden und Standard-Reportings. Genau dadurch gewinnt Erfahrung an Wert, weil das, was übrig bleibt, schwer kodifizierbar ist. Zum Beispiel die Einschätzung, ob ein·e Speaker·in zur Zielgruppe passt, die Verhandlung mit einem Sponsor unter Zeitdruck, das Gespür für die Stimmung im Raum.
Mein Tipp: Willst du als Berufseinsteiger·in gegensteuern, suche dir gezielt Aufgaben, bei denen Urteilsvermögen zählt, nicht nur Ausführung. Frag aktiv nach Verhandlungsgesprächen, Kundenkontakt und Entscheidungssituationen statt nur nach Reporting- und Recherche-Aufgaben.
MEIN TIPP: Willst du als Berufseinsteiger·in gegensteuern, suche dir gezielt Aufgaben, bei denen Urteilsvermögen zählt, nicht nur Ausführung. Frag aktiv nach Verhandlungsgesprächen, Kundenkontakt und Entscheidungssituationen statt nur nach Reporting- und Recherche-Aufgaben.
Häufige Fragen zum Einfluss von KI auf Jobs im Eventmanagement
Bedeutet das, dass Berufseinsteiger·innen bald keine Jobs mehr finden?
Sind die Zahlen aus dem WEF Report bereits eingetretene Verluste?
Betrifft dieser Trend auch das Eventmanagement direkt?
Wie baust du dir als Berufseinsteiger·in Erfahrungswissen auf, das KI nicht ersetzt?
