​Studie zur Bedeutung von Messen nach der Corona-Pandemie

Wie entwickeln sich Messen nach der Corona-Pandemie? Welche Erwartungen haben Aussteller und Besucher? Das hat Prof. Dr. Sven M. Prüser, Berliner Hochschule für Technik und Wirtschaft, auf Initiative des FAMA e.V. und unterstützt durch AUMA und IDFA, untersucht. Insgesamt haben sich über 30 Fachleute für Experteninterviews zur Verfügung gestellt und ausführlich Auskunft gegeben. Auf der Basis dieser Einsichten wurde ein umfassendes Frageprogramm entwickelt und abgestimmt, das über 200 Akteure des Messewesens beantwortet haben.

 

Messe Studie 2021
Messe Studie 2021

 

Inhalte der Studie

Die Studie beleuchtet insbesondere:

  • die Ausgangssituation
    hervorgerufen durch die Corona-Pandemie
  • positive Eigenschaften der Präsenz-Messe
    vor allem Serendipität (überraschende Erkenntnisse und Zufallsbegegnungen) sowie nützliche Kontakte vor Ort
  • die veränderte Ausgangslage
    vor allem die digitalen Alternativen, die Lockdowns und Reiserestriktionen mit sich brachten
  • Gestaltungsempfehlungen
    abgeleitet aus den Erkenntnissen der Studie – für die Besucher als auch für die Aussteller

 

Ergebnisse der Studie

Die Studie zeigt die klaren Wettbewerbsvorteile für die Präsenz-Messen auf, die zugleich Ansatzpunkte darstellen, die Wettbewerbsfähigkeit zukünftig weiter auszubauen:

  • Messen sind eine wirksame Quelle für innovative Ideen – Je stärker diese Impulsfunktion, desto attraktiver die Messe.
  • Auf Messen werden produktive informelle Kontakte geknüpft – Je größer der Raum für den ‚forcierten Zufall‘, desto höher der Messe-Nutzen für alle Beteiligten.
  • Die Wertschätzung für persönliche Begegnungen nimmt zu – Je mehr Peer-to-Peer Austausch möglich gemacht wird, desto höher der Wert der Messe für die Kunden.
  • Die am meisten vermisste Eigenschaft der Messe ist ihre Funktion als Quelle für Inspiration – Je mehr Inspirierendes eine Messe bietet, desto stärker wird ihre Wettbewerbsposition.

Handlungsempfehlungen für die Besucherseite

Der Aufwand, Konsumenten (Privatbesucher) und Investitionsbeteiligte (Fachbesucher) zur Mobilität zu motivieren, steigt. Entsprechend ist der Nutzen, den ein Messebesuch bietet, einerseits zu erhöhen und andererseits effektiver zu vermitteln.

  • Ein Ansatz dazu ist die Vermittlung des Wissens. Unabhängig davon, ob es sich um Ernährungstipps auf einer Verbrauchermesse, oder Erkenntnisse über technologische Entwicklungen einer Fachmesse handelt. Solcher Content, ist dazu geeignet, im zeitlichen Vorfeld einer Veranstaltung Aufmerksamkeit und Besuchsinteresse zu wecken. Daher sollte Content leicht verfügbar gemacht werden.
  • Ebenso kann und sollte vor allem solcher Content, der (erst) während der Veranstaltung publik wurde, nach der Veranstaltung breit gestreut werden. Damit wird die Nachbereitung der Besucher unterstützt und der Neid der NichtBesucher geschürt.

Handlungsempfehlungen für die Ausstellerseite

Für Hersteller und Händler von Konsum- und Investitionsgütern gilt gleichermaßen, dass die Kundeninteraktion (noch) schneller digitalisiert und automatisiert werden wird. Den Unternehmen kommt dabei zugute, dass die Kunden in den letzten beiden Jahren ihr digitales Know-how erheblich erweitert haben. Die Digitalisierung der Marketing- und Vertriebsaktivitäten wird den Trend zur Reduktion der Mobilität zusätzlich verstärken. Das bedeutet auch, dass persönliche Interaktion weiter verknappt wird, so dass die Nachfrage nach wertigem persönlichen Austausch steigt; i.e. wertvoller wird.

  • Um die knappere persönliche Interaktion auf Messen zu leiten, ist es unabdingbar, auch die digitale Ausstellerinteraktion in die digitale Messe-Kommunikation zu integrieren. Denn je früher und breiter der Aussteller-Content bei Besuchsinteressenten verbreitet wird, desto höher wird die
    Motivation, die Messe zu besuchen.

> Zur vollständigen Studie Messe – Analoge Intelligenz für die Zukunft.

 

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