OnZoom und Amazon Explore – neue Event-Plattformen?

Normalerweise findest du hier von mir How-to-Blogartikel, manchmal allerdings lohnt sich auch ein Blick auf Neuerungen. Da kürzlich zwei Tech-Riesen, Zoom und Amazon, mit OnZoom und Amazon Explore neue Funktionen auf den Markt gebracht haben, will ich dir diese auch einmal vorstellen. Übrigens hat auch Airbnb zu Beginn des Jahres Airbnb virtuelle Reiseerlebnisse eingeführt. Ich werde das weiter verfolgen und vielleicht ist ja da auch für dich eine spannende Entwicklung dabei. Sei es als Nutzer dieser Plattformen oder „nur“ zur Konkurrenzbeobachtung oder Ideenfindung. Los geht’s.

Was sich hinter OnZoom verbirgt

OnZoom, der Marktplatz von Zoom für Online-Events, ist ein Service, den es seit wenigen Tagen gibt. Auf der Event-Plattform OnZoom kannst du als Pro- und Business-Nutzer von Zoom Veranstaltungen wie Fitness-Kurse, Konzerte, Stand-up- oder Improvisationsshows und Musik-Kurse erstellen, hosten und monetarisieren. So kreierst du kostenfreie als auch kostenpflichtige Online-Erlebnisse für deine Zielgruppe.

D.h. da nun die Videokonferenz, die Anmeldung und die Monetarisierung auf einer Event-Plattform abläuft, brauchst du keine extra Event-Website oder Event-Plattform mehr. Achtung: Vorausgesetzt dir reichen die angebotenen Features. Einen großen Online-Kongress, eine virtuelle Mitgliederversammlung, einen virtuellen Showroom oder eine Online-Messe wirst du wohl nach wie vor auf einer Event-Plattform oder Messe-Plattform oder bei einem Individualanbieter umsetzen wollen.

 

Wie du OnZoom als Veranstalter nutzen kannst

Als Event-Veranstalter kannst du mit OnZoom einmalige Events, Event-Serien und Drop-Ins (also Events, wo Teilnehmer einfach „reinspringen“ können planen und durchführen. Wie viele Teilnehmer daran teilnehmen können, hängt von deinem Lizenzpaket ab, das du bei Zoom gebucht hast. D.h. bis zu 100 oder 1.000 Teilnehmer.

Außerdem kannst du mit OnZoom deine Eventtickets verkaufen, dein Online-Event bewerben – via E-Mail oder auf Social-Media-Kanälen. So kannst du online ganz neue Zielgruppen erreichen.

Du arbeitest bei einer NPO, d.h. bei einer gemeinnützige Organisation? Oder du als Eventveranstalter möchtest gern Teile deiner Einnahmen für einen guten Zweck spenden? Auch das kannst du mit OnZoom umsetzen.

#eventprofs Mit der neuen Event-Plattform von Zoom kannst du deine Online-Events planen, durchführen und monetarisieren. Klick um zu Tweeten

Wie deine Teilnehmer OnZoom nutzen können

Deine Event-Teilnehmer loggen sich in ihren OnZoom-Account ein und können im Veranstaltungsverzeichnis nach interessanten, öffentlichen Events suchen und online Tickets kaufen. D.h. So kannst du auch Teilnehmer erreichen, die bislang gar nicht in deinem Verteiler waren. Einfach, weil du dein Event auf dieser Event-Plattform eingestellt hast.

Außerdem können sie deine Tickets via PayPal oder Kreditkarte bezahlen oder auch an Freunde und Familie verschenken. Übrigens: Nicht nur Spaß-Events kann man sich schenken (lassen), auch eine Online-Weiterbildung könnte unterm digitalen Weihnachtsbaum liegen. Das ist vielleicht noch eine interessante Anregung für dich als Event-Veranstalter: Lass auch andere deine Eventtickets kaufen oder als Event-Gutschein verschenken. So erhöhst du den Kreis der Käufer und auch den potenziellen Einnahmetopf für deine Online- und Präsenzevents.

Teilnehmer können über Veranstaltungen an gemeinnützige Organisationen spenden, natürlich an diesen teilnehmen und darüber hinaus Events favorisieren, teilen und bewerten.

👉 zur neuen Eventplattform OnZoom

OnZoom als Idee für Rahmenprogramme und Kurse
OnZoom: auch als Idee für Rahmenprogramme und Kurse
#eventprofs Teilnehmer können deine Events favorisieren, teilen, bewerten und über diese sogar spenden. #fundraising #gutestun Klick um zu Tweeten

Zapps: Apps bei Zoom

Zapps sind Apps, die ihr auf Zoom nutzen könnt, damit eure Online-Meetings und Online-Events interaktiver und produktiver werden. D.h. auch, dass ihr nicht mehr zwischen mehreren Apps auf den Bildschirmen hin und her wechseln müsst. Die Zapps werden bis Ende des Jahres eingeführt und sind dann für alle Zoom-Nutzer – egal ob kostenfrei oder kostenpflichtig – enthalten. Hier schon mal ein Blick in die Apps, die du da bald finden wirst:

  • Zusammenarbeit: Atlassion, Asana, Dropbox, Slack und Wrike
  • Bildung: Coursera, Kahoot!, and Kaltura
  • Übungen: Cameo, Exer für Übungen
  • Umfragen und Q&As: Slido
  • E-Mails: Superhuman
  • Kalender: Woven
  • Präsentationen: Pitch
  • Spreadsheets: SmartSheet Coda
  • Live-Dokumente: Coda
  • Vertrieb und Marketing: Hubspot, Chorus und Gong
  • Whiteboards: Lucidspark, Miro und Mural
  • Support: ServiceNow und PagerDuty
Zapps von Zoom
Zapps von Zoom | © Zoom

Was sich hinter Amazon Explore verbirgt

Auch Amazon Explore ist eine Event-Plattform für virtuelle und Online-Erlebnisse von Weiterbildung bis zu Sightseeing. Über einen Videostream können Teilnehmer nahezu alles erleben, was Reiseleiter, Ausbilder und Personal Shopper & Co. ins Netz stellen und in Einzelgesprächen oder virtuellen Touren anbieten. Dabei soll laut Amazon nur der Online-Gastgeber ist während der Session vor der Kamera sein. D.h. der Teilnehmer ist ohne Video zugeschaltet, allerdings soll der Ton für beide Seiten verfügbar sein, so dass Teilnehmer Fragen stellen und Wünsche äußern können.

Die Bandbreite der angebotenen Erlebnisse ist riesig. Dazu gehören relativ preisgünstige Sessions ab wenigen 10 Dollar (ja, nicht in Euro) bis zu einem Bagel-Kochkurs für 129 Dollar. Manchmal gehört auch das Rezept und die Zutaten dazu und in dem Fall können es die Teilnehmer live nach Anleitung zubereiten. Das Ganze ist natürlich optional. Wer will, kann auch einfach nur zuschauen.

Die Online-Events kann man auch auf Apple-Geräten erleben; wobei (noch) unklar ist, ob Apple dabei die üblichen Provisionen einbehält. Alle Einkäufe bzw. Buchungen der Teilnehmer werden über das Zahlungssystem von Amazon abgewickelt.

online Experience mit Amazon Explore
online Experience mit Amazon Explore
#eventprofs Kennst du schon 'Amazon Explore'? Die neue Event-Plattform inklusive Vermarktung. Auch von hochpreisigen Online-Events wie ein Bagel-Backkurs für 129 Dollar. Ja, Online-Events dürfen Geld kosten. Klick um zu Tweeten

Wie du Amazon Explore als Event-Veranstalter nutzen kannst

Du könntest selbst solche Online-Events auf der Plattform anbieten. Allerdings geht das bislang nur auf Einladung. D.h. du musst dafür auf „Apply now“ auf der Produktinformationsseite von Amazon Explore klicken.

Amazon sucht während dieses befristeten Zeitraums nach Kunden, die die Erfahrung mitgestalten und Feedback zu den verfügbaren Funktionen geben können. Einladungen werden fortlaufend ausgesprochen. Falls du ausgewählt wirst, erhältst du eine E-Mail-Benachrichtigung.

Wie Teilnehmer Amazon Explore nutzen können

Deine Teilnehmer buchen, indem sie ein Erlebnis auswählen und sich dann ein Datum und eine Uhrzeit für eine Sitzung aussuchen. Diese können bis zu 24 Stunden im Voraus storniert oder verschoben werden. Obwohl die Teilnehmer die Online-Events auch mobil durchsuchen und buchen können, müssen sie für die Session selbst auf einen Laptop oder Desktop-Computer teilnehmen. Das würde ich aus User-Sicht sowieso immer empfehlen – man sieht einfach mehr auf größeren Bildschirmen und oftmals ist die Internetverbindung, dort wo ein Laptop steht, stabiler.

Online-Event: Bagel-Backkurs auf Amazon Explore
Online-Event: Bagel-Backkurs auf Amazon Explore

Was du sonst noch von OnZoom und Amazon Explore lernen kannst

Du hast keine Idee, was du auf deinem Online-Event als spannendes Rahmenprogramm anbieten kannst? Dann surf doch mal durch die Seiten von OnZoom oder von Amazon Explore, dort findest du viele kreative Anregungen. Die könntest du in Zusammenarbeit mit einem lokalen Anbieter oder Künstler wahrscheinlich auch in Eigenregie umsetzen. Vermutlich wird’s dann sogar deutlich günstiger für deine Teilnehmer.

Außerdem zeigen die beiden neuen Event-Plattformen, dass

  • Online-Events sehr wohl kostenpflichtig sein können
  • Teilnehmer ein Erlebnis auf ein und derselben Plattform bevorzugen. D.h. sie möchten am liebsten in einem einzigen Browser-Tab bleiben und auch Funktionen wie „Anmelden“ und „Bezahlen“ aus einer Hand angeboten bekommen.

Fazit

Ob nun als neue Event-Plattformen für deine Events oder als Bedrohung deines Kerngeschäftes, behalte diese beiden Tech-Anbieter und deren Angebote OnZoom und Amazon Explore auf jeden Fall im Auge. Du kannst dir dort Anregungen holen oder auch dein Business ändern, wenn dir einer der beiden zu nahe kommt – beispielsweise durch besondere Kundenbetreuung oder kreative Ideen. Denn was bisher bei den riesigen Event-Plattformen schon schwierig ist: telefonisch durchkommen und eine persönliche Frage stellen können, wird wohl auch in Zukunft lange dauern oder wenig zufriedenstellend sein. Da liegt das Potenzial für viele kleine deutschsprachige Anbieter, die man als Eventmanager, als Aussteller oder als Teilnehmer auch mal direkt anrufen kann.

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