Videoeinsatz: Referenten und Programm vermarkten

Willst du deine Events oder ausgewĂ€hlte Referenten vermarkten, kannst du zu klassischen Werbemitteln wie Flyern oder Programmheften greifen. Das ist jedoch ziemlich kostenintensiv. Du kannst allerdings auch Podcasts oder Videos verwenden. Der große Vorteil von Videos: Sie verbreiten sich ziemlich gut in den Sozialen Medien. Man sagt auch, sie wĂ€ren das nĂ€chste große Ding im Online-Markting. Deshalb setzen einige Eventveranstalter bereits heute auf den Videoeinsatz.

Das hat einige Vorteile:

  • du erreichst in den Sozialen Netzen deutlich höhere Reichweiten
  • du ĂŒberlĂ€sst die Produktion deinen Referenten
  • deine Veranstaltung wird viel lebendiger wahrgenommen
  • deine Teilnehmer können die VortrĂ€ge besser einschĂ€tzen

Also bitte doch einfach bei deiner nĂ€chsten Veranstaltung deine Referenten um solche Kurzvideos. Sie lassen sich wirklich in kĂŒrzester Zeit erstellen. Wirklich? Ja, wirklich!

So produzierst du selbst Videos

Du bist auf deinem Fachgebiet, im Hotel oder in der MICE-Branche, Profi? Du möchtest dich in den sozialen Medien oder auf anderen OnlinekanĂ€len als Experte fĂŒr dein Fachgebiet gut prĂ€sentieren? Dann ist diese Anleitung fĂŒr dich genau die Richtige.

Das brauchst du:

  • ein Ziel – was willst du warum aufnehmen?
  • deinen Text,
  • Zeit zum Text ĂŒben,
  • Smartphone oder einfache Fotokamera mit Videofunktion,
  • Stativ,
  • einen hellen, ruhigen Ort,
  • einen einfarbiger oder seriöser Hintergrund, z.B. BĂŒcherregal,
  • mattes Puder,
  • einen youtube-Account (mit google erstellen),
  • und eine Software zum Schneiden des Kurzfilms.

Was willst du warum aufnehmen?

Überlege dir genau, welche Botschaft du mit dem Videoeinsatz deinen Zuhörern vermitteln möchtest. Denke dabei auch daran, dass die Aufmerksamkeitsspanne von Menschen nur sehr kurz ist. Man sagt sogar, sie lĂ€ge unterhalb der eines Goldfisches – 8,25 statt 9 Sekunden. Möchtest du, dass dein Video bis zu Ende geschaut wird, muss es einen echten Mehrwert fĂŒr den Zuhörer bringen. Zum Beispiel Rabatte, Sonderaktionen, hilfreiche Tipps o. Ă€. Fange daher mit Videos von 30 bis 60 Sekunden LĂ€nge an.

Schreib den Text fĂŒr deinen Videoeinsatz auf und ĂŒbe ihn

Solange du noch kein Profi im Umgang mit der Kamera bist, hilft dir der aufgeschriebene Text sicherlich dabei dennoch selbstsicher und redegewandt beim Zuhörer anzukommen. Den aufgeschriebenen Text kannst du nun einmal mit laufender Stoppuhr, z. B. mit der in deinem Smartphone stoppen. Wahrscheinlich merkst du jetzt das erste Mal, dass dein Text viel zu lang ist. Zumindest ging es mir bei meinem ersten Videoeinsatz so.

Baue deine Technik auf

Jetzt erst baust du die Technik fĂŒr deinen Videoeinsatz auf. Damit deine Aufnahme nicht verwackelt aussieht, brauchst du ein Stativ mit einem Gewinde oder einer Halterung fĂŒr deine Kamera. Ob du dabei eine einfache Digitalkamera mit Videofunktion nutzt oder dein Smartphone ist fĂŒr den Anfang völlig unerheblich. Investiere lieber in ein gutes Konzept und in einen Text mit Spannungsbogen statt in teure Kameratechnik. Die Marke der Kamera spielt eine untergeordnete Rolle. Teste einmal, wie gut sie den Ton aufnehmen kann und wie hell deine Aufnahme ist. Bist du damit nicht zufrieden, hat bestimmt jemand in deinem Bekanntenkreis eine Kamera, die du dir einmal ausleihen kannst. Dieses Equipment habe ich benutzt:

Platziere deine Kamera auf dem Stativ so, dass sie beim Videoeinsatz etwas “auf dich herabschaut”. Hier spreche ich aus der Erfahrung als Hobbyfotografin. Aufnahmen von schrĂ€g oben wirken optisch ansprechender. Auch mein Video habe ich leicht erhöht aufgenommen. Nasenlöcher von unten aufgenommen sehen immer wenig elegant aus. 😏

An dein Stativ kannst du ĂŒbrigens auch deinen Text-Zettel hĂ€ngen – zumindest einige Stichworte passen da gut drauf.

Am Anfang brauchst du noch gar keine externen Mikrofone oder Adapter. NatĂŒrlich wird die QualitĂ€t besser, sobald du auch ein Mikrofon nutzt. Doch ganz ehrlich, je komplexer und aufwendiger das Technik-Set-up umso seltener nutzt du die Möglichkeit, eigene Videos in den Sozialen Medien zu veröffentlichen.
Da du am Anfang also ohne weiteres Zubehör wie ein externes Mikrofon arbeitest, brauchst du eine ruhige Aufnahmeumgebung.

Wind, Stimmen, Musik aus dem Nachbarraum solltest du wĂ€hrend deiner Aufnahme vermeiden. Schließe alle Fenster, bitte deine Kollegen oder Familienangehörige um Ruhe oder verlege deine Videoaufnahme in eine ruhigere Zeit. Nutze dabei das Tageslicht aus. So brauchst du dir um extra Lichttechnik keine Gedanken machen. Das Tageslicht sollte dabei nicht direkt in deine Aufnahme scheinen sondern nur indirekt den Raum erhellen. Mit anderen Worten: Gehe an einem sonnigen Tag zur Mittagszeit in ein Zimmer, das zur Nordseite zeigt.

WĂ€hle bei deiner Aufnahme einen Hintergrund, der zur Botschaft passt. Möchtest du seriös erscheinen, ist ein einfarbiger, heller Hintergrund sicherlich immer eine gute Wahl. Mit einer hellen Tapete, einem hellen Schrank oder aber auch mit einem BĂŒcherregal im RĂŒcken bist du auf der sicheren Seite.
SpĂ€testens jetzt ist es Zeit zu ĂŒberprĂŒfen, wie deine Haut im Video wirkt. Bist du ausreichend geschminkt? Kameras schlucken viel Make up. Bist du gepudert oder hast du zumindest schwitzende Hautpartien mit einem trockenen Tuch abgetupft? Kameras können so gemein sein. 😏

Nimm das Video auf

Passend fĂŒr deinen Videoeinsatz gekleidet und geschminkt sowie vor dem richtigen Hintergrund mit ausreichend Licht machst du dich nun an die erste Aufnahme. DrĂŒcke den Video-Aufnahmeknopf auf deiner Kamera und laufe um das Stativ herum. Stelle dich am besten ein wenig seitlich ins Bild, so dass du nicht mittig im Bild stehst sondern etwas weiter links. Hier kommt die Regel des Goldenen Schnitts ins Spiel. Gelingt dir diese Bildregel bei der Aufnahme nicht, schneidest du es einfach im Nachhinein zu. DafĂŒr sollte noch genĂŒgend Platz neben dir auf der VideoflĂ€che sein.

Bevor du den ersten Satz sprichst, beruhige deinen Atem, lĂ€chle in die Kamera und fange an zu sprechen. Den Vorspann schneidest du spĂ€ter noch weg – ebenso wie das Ende, bei dem du wieder zur Kamera lĂ€ufst und die Aufnahme beendest. NatĂŒrlich kannst du auch jemanden bitten, dich zu filmen statt selbst den Auslöser zu drĂŒcken. Noch eine Variante ist ein Fernauslöser. Doch in diesem Artikel geht es um eine low-Budget-Produktion mit möglichst wenig Technikeinsatz. Schau dir deine erste Aufnahme an. Was gefĂ€llt dir und was nicht? Wiederhole die Aufnahme solange bis sie bzw. du dir selbst gefĂ€llt.

Das “rohe” Video speichern und schneiden

Hast du eine Variante aufgenommen, die dir zu 80% gefĂ€llt, kannst du gemĂ€ĂŸ dem Pareto-Prinzip die Videoaufnahmen beenden. Deine Speicherkarte nimmst du aus der Kamera und kannst sie entweder direkt in deinen PC oder Laptop einstecken oder mit Hilfe eines Speicherkarten-Adapters.

Importiere die Datei, wahrscheinlich das letzte Video, auf deinen Rechner. Jetzt öffnest du das Video mit einem Schnittprogramm. Ich selbst nutze einen Mac, daher kann ich nur ĂŒber meine Erfahrungen als Mac-User berichten.

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Jetzt schneidest du noch den Anfang und das Ende sowie die SeitenrĂ€nder deines Videos ab. Schau dir dazu am besten die ausfĂŒhrliche Anleitung von iMovie an.

Teste auch, ob du den Ton in deinem Video noch verbessern kannst. Nutze dafĂŒr den Button RauschunterdrĂŒckung und Euqalizer. Je lauter dein Ton wird, desto lauter wird auch das Hintergrundrauschen.

RauschunterdrĂŒckung bei Videos
RauschunterdrĂŒckung bei Videos

WĂ€hle den fĂŒr dich besten Kompromiss und speicher dein neues Video als mp4-Datei unter einem neuen Namen. WĂ€hle dazu “Ablage” – “Bereitstellen” – “Datei 
”

Das fertige Video auf youtube einstellen

Die nun erstellte mp4-Datei kannst du bei youtube hochladen. DafĂŒr brauchst du dort ein Konto. Das kannst du beispielsweise mit deinem google-Account erstellen. Dann wechselst du in deinem Konto oben rechts mit Klick auf dein Profilbild (oder noch Bildhalter) auf YouTube “Creator Studio”.

Video auf YouTube speichern
Video auf YouTube speichern

Jetzt kannst du dein Video hochladen und mit einigen allgemeinen Informationen bestĂŒcken. Hier findest du auch die Video-URL zum Teilen deines Videos.

Video auf YouTube bearbeiten
Video auf YouTube bearbeiten

Möchtest du dein Video erst einmal zu Testzwecken einem Dritten senden, kannst du dein Video auf “nicht gelistet” stellen. Dann kann es nur von Personen gesehen werden, die den Link von dir erhalten haben oder die auf einer Webseite oder in einem Social-Media-Kanal diesem Link folgen.

Video als nicht öffentlich speichern
Video als nicht öffentlich speichern

NatĂŒrlich könntest du dein Video auch direkt vom Smartphone auf facebook hochladen. Das empfehle ich dir, wenn du dir sicher bist, dass du den Ton und den Bildausschnitt schon optimal aufgenommen hast. Meiner Erfahrung nach ist es fĂŒr Dritte jedoch weitaus einfacher dein Video bei sich einzubinden, wenn du eine YouTube-URL liefern kannst. So können sie es leichter teilen und du wolltest du von Anfang an mehr Reichweite, oder?

Meetingplace2017 | Videoeinsatz
Meetingplace2017 | Videoeinsatz

So kann das fertige und eingebundene Video aussehen.

Fazit –  wann sind selbstgedrehte Videos ok?

FĂŒr den Videoeinsatz in den Sozialen Medien ist so ein selbstgedrehtes Video völlig in Ordnung. Also immer dann, wenn low-budget akzeptiert wird. Das gilt allerdings nicht bei einer Gala-Veranstaltung. Wenn es anspruchsvoller wird, brauchst du einen Videojournalisten, der sich mit Contenterstellung und -konzeption auskennt und auch eine hochwertigere Kamera-AusrĂŒstung.

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