Vom Schmerz des Bezahlens bei Veranstaltungen

Kennst du den Schmerz des Bezahlens? ‘The pain of paying’? Auf dem Marketing Festival in Prag habe ich dazu einen spannenden Vortrag von Dan Ariely gehört. Die Kernaussagen und was das fĂŒr die Preisbildung bei deinen Events bedeutet, will ich dir hier vorstellen.

vom Schmerz des Bezahlens
vom Schmerz des Bezahlens

Bezahlen verursacht Schmerzen – vor allem bar

In der Tat, Geld weggeben verursacht Schmerzen. Ich meine damit nicht das Shopping-Erlebnis als solches. Sondern den Moment in dem du das Objekt der Begierde gegen einen Geldschein tauschst. Besonders schmerzt es uns, wenn es Bargeld ist. Wir können dann sehen, wie unser hart erarbeitetes Geld davon rinnt. Zahlen wir mit Karte, tut es schon nicht mehr ganz so weh. Denn Geld ist ein abstraktes Konzept. Erst recht, wenn es wie auf EC- oder Kreditkarten quasi unsichtbar bleibt.

Möchtest du also selbst Geld sparen, bezahle so viel wie möglich in bar. Willst du, dass deine Eventteilnehmer möglichst viel auf deinem Event lassen, mache das Geld unsichtbar. Akzeptiere alle möglichen Kartenzahlungen, Paypal oder ĂŒber Chips wie auf Festivals. Auch die Abbuchung ĂŒber eine Event-App schmerzt nicht so sehr, wie das Bezahlen mit Bargeld.

mach Bezahlen unsichtbar
mach Bezahlen unsichtbar
#eventprofs Willst du, dass deine Eventteilnehmer möglichst viel auf deinem Event lassen, mache das Geld unsichtbar. Akzeptiere Paypal, EC, CC, App-Zahlungen & Co. ? Klick um zu Tweeten

Der Schmerz des Bezahlens – eine Frage der Zeit

Wie so oft im Leben ist auch hier Timing eine entscheidende Frage. Denn wusstest du, dass vorab Bezahlen weniger schmerzt? Auch danach Bezahlen tut weniger weh als das Überreichen des Geldscheines, in dem Moment in dem wir die Leistung oder die Ware erhalten.

Kannst du dir nicht vorstellen? Dan Ariely hatte ein ĂŒberzeugendes Beispiel parat.

Stell dir vor, du bist in einem Restaurant. Und der Besitzer weiß, dass du durchschnittlich 50 Bissen pro Essen zu dir nimmst. Daher bietet er seine Speisen zum Preis von 50 Cent pro Bissen an. Und er rechnet fair ab, denn er berechnet dir nur die Bissen, die du auch tatsĂ€chlich genommen hast. Daher stellt er sich in Sichtweite deines Tisches und notiert jeden Bissen. Was meinst du, wie sehr genießt du dieses Essen?

Das bedeutet auch, dass du den Bezahlvorgang so weit wie möglich von deinem Event trennen solltest. Zum Beispiel mit einem sehr frĂŒhen Start der Registrierung.

Catering auf dem Event bezahlen

Und jetzt zurĂŒck zu deinen Events. Das Bezahlen schmerzt also besonders, wenn deine Teilnehmer deine Leistungen in Anspruch nehmen. Nimm deinen Teilnehmern diesen Schmerz. Reduziere ihn so oft du kannst.

Ein schönes Beispiel dafĂŒr ist das Catering vor Ort. Die Preise fĂŒr Essen und Trinken sind in vielen Locations ĂŒberdurchschnittlich hoch, bei oft durchschnittlicher QualitĂ€t. Getreu den Mechanismen von Monopolen oder Oligopolen. Wenn dein Teilnehmer nun vor Ort einen Kaffee kaufen möchte, muss er ihn im Moment des Bestellens auch gleich bezahlen. Das tut weh. Meist ist dieser Kaffee auch deutlich teurer als im Alltag deines Teilnehmers. Jetzt tut das Bezahlen noch mehr weh. Und weil solche KleinstbetrĂ€ge in Deutschland oft nur bar bezahlt werden können, schmerzt es deinen Teilnehmer noch mehr. Furchtbar, oder?

Warum tun wir unseren Teilnehmern das an?

  • Beispielsweise weil unsere Budgets knapp sind.
  • Oder wir glauben, dass Teilnehmer keine höheren GebĂŒhren zahlen wĂŒrden.
  • Manchmal gibt es steuerliche Regelungen, die das verlangen.
  • Oder weil die Location uns kein attraktiv erscheinendes Catering-Angebot gemacht hat.
  • Vielleicht auch weil wir glauben, es reicht ja, wenn es Selbstzahler-Angebote gibt.

Möchtest du, dass deine Teilnehmer dein Event möglichst sorgenfrei genießen, biete ihnen ein Rundum-Sorglos-Paket an. NatĂŒrlich inkludierst du das in die Kalkulation deines Eventbudgets.

reduziere den Schmerz des Bezahlens und entwickle Paketpreise
reduziere den Schmerz des Bezahlens und entwickle Paketpreise
#eventprofs Möchtest du, dass deine Teilnehmer dein Event möglichst sorgenfrei genießen, biete ihnen ein Rundum-Sorglos-Paket an. NatĂŒrlich inkludierst du das in deine Kalkulation. ? Klick um zu Tweeten

Öffentlicher Nahverkehr

Gerade in GroßstĂ€dten nutzen viele Eventteilnehmer den ÖPNV. Hier kommt zum Schmerz des Bezahlens, also in bar zahlen  mĂŒssen, noch der Frust ĂŒber den Kaufvorgang hinzu. Wer versteht schon auf Anhieb die Ticketautomaten in einer fremden Stadt? Und wer möchte sich gern in die Schlange der Touristen einreihen, die vor ihm selbiges versuchen? Die wenigsten.

Wenn du kannst und es die GrĂ¶ĂŸe deiner Veranstaltung rechtfertigt, inkludiere daher auch das Ticket fĂŒr den öffentlichen Nahverkehr in dein Eventticket. Hier findest du mehr Informationen einiger Anbieter von Kombitickets fĂŒr deine Veranstaltungen:

biete ÖPNV-Tickets auf deinen Events an
biete ÖPNV-Tickets auf deinen Events an
#eventprofs Inkludiere wenn möglich das Ticket fĂŒr den öffentlichen Nahverkehr in dein Eventticket. Hier findest du mehr Informationen einiger Anbieter von Kombitickets fĂŒr deine Veranstaltungen ? ? ? Klick um zu Tweeten

Was nichts kostet, ist nichts wert

Möchtest du den Schmerz des Bezahlens fĂŒr deine Teilnehmer reduzieren, kommst du schnell an den Punkt der hohen No Show Rate. Zum Beispiel wenn dein Event mehrere Abendveranstaltungen gratis beinhaltet. Das kenn ich selbst nur zu gut. Wie gehst du mit einem kostenfreien Get-together um? Kommen weniger als sich angemeldet haben, zahlst du zu viel und verschwendest Essen. Rechnest du mit weniger Personen, kommen am Abend noch welche, die spontan sagen, sie wĂ€ren gern dabei. Kostenfrei versteht sich. Hast du ja so beworben. Was nun?

In dem Fall kannst du die am wenigsten Schmerz verursachende Option wĂ€hlen. Verlange einen kleinen Beitrag, der fĂŒr Verbindlichkeit sorgt. Zum Beispiel 20 Euro. Und lass die Teilnehmer sich dafĂŒr vorab anmelden und natĂŒrlich gleich bargeldlos bezahlen. So nimmst du den Schmerz-Moment raus und verlagerst ihn fĂŒr alle die, die dann doch nicht kommen. 20 Euro einfach mal so ‘zum Fenster rauswerfen’ tut schon ein bisschen weh, oder?

DarĂŒber hinaus kannst du ihnen eine RĂŒcktrittsversicherung fĂŒr ihre Buchung anbieten. So seid ihr beide abgesichert.

#eventprofs Was nichts kostet, ist nichts wert. Verlange daher einen kleinen Beitrag, der fĂŒr Verbindlichkeit sorgt. #noshow ? Klick um zu Tweeten

Fazit

Bei der Frage wie du deine Preise gestaltest, denke immer auch an den Schmerz des Bezahlens. Je weniger sichtbar und je frĂŒher die GeldĂŒbergabe ist, desto schmerzfreier fĂŒr deine Kunden. Desto mehr geben sie fĂŒr deine Veranstaltungen aus – und zwar gern.

Vom Schmerz des Bezahlens bei Veranstaltungen